Aktuelles aus der Frankenwarte

Nachdenken statt verQuert denken

Bei einem Austauschforum zu den Folgen der Corona-Pandemie haben Akademie Frankenwarte und das Würzburger Bündnis für Demokratie und Zivilcourage e.V. gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten ausgelotet.

Die Corona-Pandemie hat uns weiterhin fest im Griff. Viele Menschen machen sich Gedanken über die gesellschaftlichen Folgen: Es ist wichtig, jene Menschen nicht zu vergessen, die keine starke Lobby haben und noch weiter an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Das Würzburger Bündnis für Demokratie und Zivilcourage e.V., dem auch die Akademie Frankenwarte angehört, hat mit der Petition „Nachdenken statt verQuert denken“ ein Zeichen für ein solidarisches und demokratisches Miteinander gesetzt, dem sich seither über 1600 Personen angeschlossen haben. 

Corona strengt alle an

Nun folgten fast 40 Interessierte aus ganz Deutschland unserer gemeinsamen Einladung zum virtuellen Austausch. Die unten abgebildete Begriffswolke zeigt an, wie die Beteiligten die Coronazeit erleben: Als eine anstrengende, von Einsamkeit, Veränderungen und vielen digitalen Erlebnissen geprägte Zeit, die andererseits auch Ruhe, Rücksichtnahme und Zusammenhalt erfahrbar macht.

corona-wortwolke

Was passiert in unserer Gesellschaft? Bekommt eine Minderheit unserer Gesellschaft, die die Pandemie leugnet und andere Zwecke verfolgt, zu viel Aufmerksamkeit? Hindert die Beschäftigung mit ihnen uns daran, kreativer zu werden, um gesund bleiben zu können und neue, gute Maßnahmen zu finden, die Corona mit anderen, wichtigen Themen verbinden? Oder muss mit allen geredet werden, stellen wir Leute zu schnell in die rechte Ecke? Auf diese wichtigen Fragen gilt es Antworten zu finden. „Es gilt, wachsam zu sein, wo sich Menschen zusammen in die rechte Ecke stellen“, meint Burkhard Hose vom Bündnis und Initiator der Petition auf change.org.

Lösungen für eine veränderte Gesellschaft nötig

Dass Coronamaßnahmen nicht allen zu Gute kommen, zeigten beeindruckende Schilderungen unserer Teilnehmenden. Denn Risikopatient*innen leben mitten unter uns – und nicht nur in Heimen. So schilderte ein Teilnehmender mit Handicap: „Ich bin nicht im System drin, die Hilfen erreichen mich nicht, weil ich privat wohne. Deshalb bin ich für dieses Forum dankbar, um Menschen wie mich ins gesellschaftliche Gedächtnis zu bringen. Mich beschäftigt auch, dass Behinderte und Alte stark geschützt werden. Das ist gut, aber es führt auch in die Isolation und ist somit ein Rückschritt in der Inklusionsbewegung.“ Und was ist mit denen, die kein klassisches Familienleben leben? Zu bedenken ist: „Unsere Politik denkt immer noch ausschließlich familienfixiert, wie die Kontaktbeschränkungen insbesondere um Weihnachten zeigten. Dabei gibt es doch sehr unterschiedliche Menschengruppen. Wo bleiben kreative Lösungen, die unserer veränderten Gesellschaft gerechter werden?“

Was sich gesellschaftlich verändern muss, das konnte in virtuellen Kleingruppen angerissen werden:

  • Wir brauchen Austauschräume, um kreative, politisch konstruktive Lösungen zu finden, die auch Frust von den Menschen nehmen.
  • Nicht zurück zum vorher, es gilt vieles besser zu machen. Wir müssen den Fokus auf Gesundheit richten und unsere Werte überdenken.
  • Digitalisierung hat einen wichtigen Schub erfahren – doch dürfen wir hierbei jetzt nicht alles zu positiv sehen.
  • Wir dürfen Kinder und Jugendliche nicht vergessen, die die Zeit als sehr einschränkend erleben. Wir müssen sie in die Meinungsbildung einbeziehen. Auch dieses Problem muss unbedingt weltweit betrachtet werden und weltweite Solidarität gelebt werden.
  • Corona-Leugner denken, sie seien viele. Wir müssen uns den schwierigen Diskussionen stellen, auch im Familien- und Freundeskreis.  

Das Bündnis für Demokratie und Zivilcourage e.V. und die Akademie Frankenwarte planen weitere Veranstaltungen und Aktionen und laden alle Interessierten zum Mitdenken und Mitmachen ein.
 
 

Veranstaltungen
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