Aktionstag zum Film: Blut muss fließen

Undercover unter Nazis

Als der Journalist Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera drehte, ermöglichte er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hinweinwagt. Sechs Jahre später hat er rund 50 Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen.

Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – dieses Vorgehen scheint gut zu funktionieren: Laut einer Studie ist der Rechtsextremismus hierzulande zur größten Jugendbewegung geworden. Um die Musikveranstaltungen hat sich ein blühender Markt entwickelt: CDs der einschlägigen Bands und Merchandising-Artikel werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der Bewegung generiert.

Der Autor Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise durch Deutschland und Europa mit der Kamera begleitet, auch an Orte, an denen er zuvor versteckt gedreht hat. Im Fokus stehen dabei politische Entscheidungsträger, Behörden und Bürger.

Der Film wurde auf der 62. Berlinale 2012 erstmals gezeigt und tourt seit April 2012 durch Deutschland. Noch ein weiteres Thema treibt das kleine Filmteam um: „Der Film ist ein gutes Beispiel für den reduzierten Umgang mit politischen und gesellschaftlich-relevanten Stoffen innerhalb der öffentlich-rechtlichen Medienstrukturen in Deutschland: Es gelang nicht, für diese Produktion einen Sender zu finden“, so Peter Ohlendorf.

Eine Kooperation der Akademie Frankenwarte, Leonhard-Frank-Gesellschaft und dem Jugendkulturhaus Cairo

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