Soziales Europa und gerechte Weltordnung

Gegen den Strom: Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 50 Jahren

Geheimverhandlungen und massive Widerstände auf beiden Seiten: David Ben Gurion und Konrad Adenauer waren in ihren Ländern in der Minderheit, als sie am 12. Mai 1965 nur 20 Jahre nach der Shoah die offizielle Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern durchsetzten - sie mussten mächtig gegen den Strom schwimmen. Heute sind diese Beziehungen, sowohl die offiziellen als auch die zivilgesellschaftlichen, aus deutscher Sicht so umfangreich wie mit kaum einem anderen Land. 2008 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede vor der Knesset die Sicherheit Israels gar als Teil der deutschen Staatsräson definiert. Wie wir Deutsche heute tatsächlich verantwortlich handeln können, wenn es um den israelisch-palästinensischen Konflikt und damit auch um Israels Sicherheit geht, ist durchaus strittig. Das möchten wir in historischer und aktueller Perspektive an diesem Wochenende kontrovers diskutieren. Zugleich werden Zeitzeugen die Entwicklung der Beziehungen z. B. im Bereich des Jugendaustauschs und der Friedensarbeit Revue passieren lassen.